Soja – Eine Bohne, viele Nachteile
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Soja – Eine Bohne, viele Nachteile

Zhang Huan ist Künstler, Chinese, lebt in New York und nutzt Sojasoße als Farbstoff. „Images of Imagination und Desire“ zeichnet er auf das Papier. Für ihn ist Soja ein Verweis in die Heimat, aber auch andere Menschen setzen Hoffnungen in die Pflanze, wollen sich und die Welt besser und nachhaltiger ernähren. Soja hat eine lange Geschichte und viele Vorteile, die wir im zweiten Teil der Serie bereits gezeigt haben. Doch neben den Vorteilen werden auch immer die Nachteile von Soja präsenter.

Was sind die Nachteile der Sojabohne?

Soja ist allergen

  • Sojaallergien sind ähnlich häufig wie Laktose-Intoleranz bei Kuhmilch

Vitamin B12

  • Der Körper benötigt Vitamin B12
  • Vitamin B12 ist in tierischer Nahrung enthalten und entfällt somit in Soja
  • Jedoch lässt sich B12 seit Jahrzehnten synthetisch herstellen, sodass auch die Zufuhr dieses wichtigen Vitamins für Veganer kein Problem darstellt
  • Einige Hersteller reichern ihre Produkte daher künstlich mit Vitamin B12 an, wie z.B. bei Soja-Drinks
  • Als Veganer sollte man sich dennoch darüber informieren, welche zusätzlichen Vitamin-B12-Quellen es gibt

Phytoöstrogene (pflanzliche Östrogene)

  • Phytoöstrogene sind hormonähnliche Substanzen der Sojabohne (genauer: Isoflavone), die insbesondere bei fettarmer Ernährung zu einem Rückgang von Testosteron und Androgen führen
  • Sie ziehen das Sexualverlangen in Mitleidenschaft und senken die Fruchtbarkeit und stehen in Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verursachen
  • Außerdem können sie bei Männern Gynäkomastie (Männerbrust), bei Frauen eine längere Menstruationsdauer und bei Kindern autoimmune Schilddrüsenerkrankungen hervorrufen. Eine krebsfördernde Wirkung wird mittlerweile nicht mehr angenommen.

Ein Glas Sojamilch wirkt dabei in etwa so stark wie ein Ovulationshemmer, heißt es. Dabei ist pflanzliches Östrogen weniger stark als menschliches bzw. tierisches.

Kalzium

  • Kalzium ist kaum (200mg) in Soja enthalten und sollte ergänzt werden (grünes Gemüse, Nüsse, Sesam und Mohn sind effektive Kalziumlieferanten)

Methionin

  • Methionin ist als Aminosäure wesentlich für die Wundheilung verantwortlich und wird für die Herstellung von Kreatin und Taurin als wesentliche Steuerungsinstrumente des Körpers gebraucht
  • Methionin ist leider kaum in Soja enthalten und ist noch dazu wegen der schlechten Verdaulichkeit der im Soja enthaltenen Proteine (nur 60% werden verarbeitet) nur teilweise verwertbar
  • Methionin ist in großen Mengen in Eiern enthalten, doch auch in der pflanzlichen Welt ist sie vorhanden, zum Beispiel in der Moringa-Pflanze

Zuckerzusätze

  • Da Soja quasi geschmacklos ist, wird oft mit Süßungsmittel und Zuckerzusätzen gerabeitet. Daher sollten die Inhaltsstoffe im Auge behalten werden.

Kann ich Soja in meine Ernährung integrieren?

Ja, aber nicht für

  • Schwangere und Kleinkinder, da das enthaltene Phytat die Mineralstoffaufnahme behindert und kein Hormongleichgewicht gebildet werden kann.
  • Frauen in Wechseljahren. Auch wenn es positive Effekte geben mag, kann der individuelle Effekt von Soja auf die eigene Gesundheit zu diesem Zeitpunkt viel zerstören. Das Risiko eines Brust- und Gebärmutterkrebs steigt.

Eine gute und weniger kritsche Soja-Alternative sind Lupinen. Die Pflanze ist beispielsweise reich an hochwertigem Eiweiß, hat geringere Fettanteile und besitzt Wirkstoffe, die blut- und cholesterinsenkend wirken.

Statt handelsüblicher Sojasoße empfehlen wir Tamari – sie wird natürlich gebraut und nicht mit Weizen angereichert. Wie bei jedem Lebensmittel gilt aber auch bei Soja: Die Menge macht das Gift, denn in Maßen zu essen ist immer gut.

Was beim Künstler Zhan Huan funktioniert, die Verbindung von östlicher und westlicher Kultur, scheint bei Soja an Grenzen zu stoßen, denn Asiaten haben weniger Nachteile beim Konsum der Bohne.

Weiterführende Informationen:

Soja – Nicht die Bohne, sondern ihre Herstellung verändert die Welt

Vorteile der Sojabohne – gesund und nährstoffreich

Tempeh – das gesunde Soja

Lupinen als Soja-Alternative

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